Laufen als Werkzeug für körperliche und geistige Gesundheit

Für mich stellt das Laufen eine von mehreren “Säulen“ dar, auf welchen meine geistige und körperliche Gesundheit basiert. So soll das Laufen in erster Linie meine Resilienz gegen Stressfaktoren aus dem Alltag erhöhen. Wichtig ist mir dabei, dass die strikte Einhaltung eines ambitionierten Trainingsplans nicht zu zusätzlichem Stress führt. Wie gesagt, davon haben wir im Alltag schon genug. Ferner sollte unsere mentale und körperliche Gesundheit nicht nur auf dieser einen Säule basieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir in ein mentales Loch fallen, sobald uns das Laufen, z. B. aufgrund einer Verletzung, nicht zur Verfügung steht.

run smart, not hard!”

Ein (Ultra-) Lauf ist ohnehin schon eine herausfordernde Sache für die meisten von uns. Warum dann nicht wenigstens effizient und klug mit den eigenen Ressourcen haushalten? Ich habe oft den Eindruck, dass es als Selbstverständlichkeit gesehen wird, dass man bei einem (Ultra-) Lauf zunächst alles raus haut und sich anschließend nur noch durchkämpft. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es auch anders geht: Gute Renneinteilung, gute Verpflegung und gute mentale Vorbereitung. Am Ende sollte m. E. das Erlebnis im Mittelpunkt stehen. War bringt es, die letzten 10 Prozent auf Kosten des positiven Erlebnisses herauszuquetschen und dabei auch noch eine Verletzung zu riskieren?

Körpergefühl vor Daten

Daten haben im Laufsport sicherlich ihre Berechtigung und sind wichtig für die Trainingssteuerung. M. E. sollten Athlet*innen die verfügbaren Daten in erster Linie nutzen, um ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. In welcher Intensität befinde ich mich derzeit? Wie lange kann ich diese Intensität noch aufrechterhalten? Welche Schrittfrequenz habe ich?

Mir ist es wichtig, dass Athlet*innen sich nicht abhängig von Daten machen, sondern durch ein verbessertes Körpergefühl auf diese weitestgehend verzichten können.